„Climber’s Finger“ – mehr als nur ein schmerzender Finger
28. Sept.
1 Min. Lesezeit
Fingerverletzungen gehören zu den häufigsten Verletzungen beim Klettern.
Besonders häufig betroffen ist das Ringbandsystem der Fingerbeugesehnen – vor allem A2 und A4.
Aber was passiert dabei eigentlich?
🔹 Die Ringbänder halten die Beugesehnen eng am Knochen.
🔹 Bei einer Ruptur kann sich die Sehne vom Knochen abheben → Bowstringing.
🔹 Dadurch können Kraftübertragung und Beweglichkeit beeinträchtigt werden.
🚩 Typische Zeichen
• plötzlicher Fingerschmerz• manchmal ein hör- oder fühlbares „Schnappen“
• Schwellung / Hämatom
• lokaler Druckschmerz
• Kraftverlust
• bei ausgeprägteren Verletzungen sichtbares Bowstringing
Unbehandelte Verletzungen können langfristig sogar zu einer PIP-Flexionskontraktur führen.🔎 Diagnostik
Besonders spannend: Der dynamische Ultraschall spielt eine zentrale Rolle.
Denn das Ringbandsystem lässt sich nicht nur statisch beurteilen – man kann beobachten, was mit Sehne und Ringband während der Bewegung und unter Belastung passiert.
👐 Und was bedeutet das für die Physiotherapie?
Eine Ringbandverletzung bedeutet nicht automatisch OP.Bei isolierten Verletzungen Grad I–III beschreibt die Studie zunächst eine kurze Schutz-/Immobilisationsphase und anschließend eine frühe funktionelle Rehabilitation mit Tape oder Orthese.
Das Ziel:
Schützen → Beweglichkeit erhalten → Belastung dosiert steigern → Funktion wiederaufbauen.
Bei komplexeren Mehrfachverletzungen oder ausgeprägtem Bowstringing kann dagegen eine operative Versorgung notwendig werden.
👉 Für Kletterer bedeutet das:
Fingerschmerzen nach einer akuten Belastung nicht einfach „wegtrainieren“. Eine gute klinische Untersuchung und – wenn notwendig – dynamische Bildgebung können entscheidend sein.
📚 Grundlage: Bouredoucen et al. (2026), The climber’s finger: imaging of finger flexor tendon pulley injuries, European Journal of Radiology.
Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Untersuchung oder medizinische Diagnostik.





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